Elbschifffahrt
Historischer Hintergrund
Eine Fahrt mit einem Raddampfer durch das Obere Elbetal ist ein Muß für jeden Besucher der sächsischen Landeshauptstadt.
Allen Anfang nahm die Dampfschifffahrt im Jahre 1837 als Johann Andreas Schubert den ersten Personendampfer ("Königin Maria") bauen ließ. Zusammen mit einigen Dresdner Kaufleuten gründete er gleichzeitig die "Sächsische Dampfschifffahrtsgesellschaft". Noch im Sommer, am 30.Juni, folgte die erste Fahrt. Ein Jahr später verließen bereits zwei weitere Dampfer die Produktionsstätten.
Es folgte ein kleiner Kampf mit Konkurrenten, der darin endete, dass die "Sächsische Dampfschiffahrtsgesellschaft" die "Böhmische Dampfschifffahrt" übernahm. Es entstand die "Sächsisch-Böhmische-Dampfschifffahrtsgesellschaft". Bis zur Jahrhundertwende besaß sie eine Werft in Dresden-Blasewitz und eine in Loschwitz und erreichte bereits Fahrgastzahlen jenseits von drei Millionen.
Als Anlegestelle etablierte sich der Ort am Dresdner Terassenufer unterhalb der Brühlschen Terasse, wo auch heute noch die Raddampfer anlegen. Überregional war die Sächsische Dampfschifffahrt vor allem unter dem Namen "Weiße Flotte" bekannt, welcher aus dem Außenanstrich der Schiffe folgte.
Der 2.Weltkrieg ging auch an ihr nicht unbeschadet vorbei und zerstörte zahlreiche Schiffe. Der Bestand ging auf 10 Schiffe zurück, zuvor umfasste die Flotte schon über 30 Dampfer. Doch schon ein Jahr nach Kriegsende wurde der Schiffsverkehr wieder aufgenommen. Nach der Wende hausiert die Flotte unter dem Dach der "Sächsische Dampfschiffahrts- GmbH". Heutzutage ist es die weltweit größte und älteste Raddampferflotte.
Fakten und Zahlen
Gesamtlänge: 1091 km (zu 67% auf dt. Staatsgebiet)
umfasster Verkehrsraum: 7 Bundesländer und Tschechien
Fahrtgebiet der "Weißen Flotte": 101 km
Durchschnittsgeschwindigkeit der Raddampfer: max. 12 km/h elbaufwärts und max. 24 km/h elbabwärts
Tiefgang der Raddampfer: 95 cm (leer: 85 cm)
Wirtschaftsfaktor Binnenschifffahrt
Einst war die Elbe die verkehrsreichste Wasserstraße Europas, doch zwei Weltkriege und die Zeit der deutschen Teilung (die DDR setzte im Güterfernverkehr einseitig auf die Eisenbahn) hinterließen tiefe Spuren. Inzwischen geht die Entwicklung jedoch wieder steil bergauf. Probleme bieten jedoch zeitweise langanhaltende Niedrigwasserperioden im Sommer (Grund: fehlende Schmelzwasserzuflüsse) und mitunter extreme Hochwasserperioden.
Tourenplan
Anlegestellen elbaufwärts: Radebeul, Meißen, Diesbar, Seußlitz
Anlegestellen elbabwärts: Dresden, DD-Loschwitz, DD-Pillnitz, Pirna, Stadt Wehlen, Kurort Rathen, Königstein, Prossen, Bad Schandau, Krippen, Schmilka
Die "Weiße Flotte"
Die "Weiße Flotte" besteht aus neun historischen Raddampfern, die alle zwischen 75 und 125 Jahre alt sind sowie zwei Salon- und zwei kleinen Motorschiffen. Die Dampfer mit ihren nostalgischen Schaufelrädern schippern zwischen Seußlitz bei Meißen und Decin in Böhmen. Landschaftlich ein sehr reizvolles Erlebnis, einerseits kann man den Charme der Sächsischen Weinstraße genießen und andererseits die Schönheit der Sächsischen und Böhmischen Schweiz erleben.
Als Linienfahrten werden angeboten: "Elbtal Linie", Fahrtlinie "Sächsische Weinstraße", Fahrtlinie "Sächsische Schweiz", Fahrtlinie "Böhmische Schweiz". Dazu gibt es vielerlei Sonderfahrten wie zum Beispiel: Jazz- & Dixielandfahrten, Radeberger Dixietour, Sommernachtsfahrten mit Tanz und Büffet, Dixieland-Frühschoppen, Tanztee, Kaffeeklatsch, Seniorenfahrt, "Rosen für die Frauen" (Frauentagsfahrt), Dampfer-Geburtstagsparade, Zuckertütenfahrt, "Staatsoperette an Bord", Silvesterfahrt auf der Elbe.
Die Conti Reederei München investierte 1992 rund 26 Millionen Mark, um 8 Raddampfer detailgetreu rekonstruieren zu lassen. Im Dezember 1999 kaufte die Sächsische Dampfschifffahrt den Raddampfer "Krippen" für 1,8 Millionen DM zurück und erweiterte ihre Flotte so auf 9 historische Raddampfer.
Fuhren 1993 noch rund 432.000 Passagiere mit der Flotte, so waren es 1999 bereits über 700.000 Passagiere. Die Sächsische Dampfschifffahrt beschäftigt über 80 Mitarbeiter.
Interessant ist weiterhin, dass der Dampfer "Diesbar" als einziger Personendampfer noch mit Kohle
betrieben wird! Pro Fahrstunde muss der Heizer rund 9 Zentner Kohlen schaufeln. Des weiteren sind die Raddampfer aufgrund ihres Schaufelrad-Antriebs schneller als alle anderen Schiffe auf diesem Elbe-Abschnitt. Bei jeder der 8 zu durchfahrenden Brücken muss übrigens der Schornstein gelegt und gleich wieder aufgerichtet werden.
Nähere Infos zu Fahrten , Preisen, Terminen u.v.m. finden Sie bei www.saechsische-dampfschiffahrt.de!