Dresdner Chronik
Im Jahre 1206 wird der Ort "Dresdene" der sich am linken Elbufer befindet urkundlich zum ersten mal erwähnt. Zehn Jahre später schon als Stadt anerkannt. 1265 wird die Nikolaikirche, die heutige Kreuzkirche zum ersten mal erwähnt. Sechs Jahre danach führt die Stadt den Marktzoll ein. Die 1275 zerstörte Holzbrücke wird 1287 mit einem steinernem Unterbau erneuert. 1292 wird der erste Bürgermeister der Stadt Dresden gewählt. Damit erhält Dresden das Stadtrecht. Kurz vor Ende des 13.Jahrhunderts wird auch die Stadtmauer zum ersten male erwähnt und später erweitert. Die heutige "Neustadt" wird als Altendresden 1350 gegründet und erhält 1403 ebenfalls Stadtrecht. 1464 wird Dresden ständige Residenz der Wettiner. Der große Stadtbrand im Jahre 1491 vernichtet über die Hälfte der Stadt. 1519 wird das Festungswerk um Dresden erweitert und bis 1529 auch das Frauenkirchendorf mit einbezogen. 1550 wird "Altendresden" der Stadt Dresden einverleibt. Zwischen 1632 und 1633 "rafft" eine Pestepedimie eine große Anzahl an Menschen dahin. Die heutige Friedrichstadt wird 1670 als "Neustadt Ostra gegründet". 1676 wird der "Große Garten" angelegt. Im Jahre 1685 fallen über zwei drittel der Häuser Altendresdens einem Feuer zum Opfer. Friedrich August der I., auch genannt August der Starke, beginnt 1694 seinen Regierungsantritt. Er muß 1706 der polnischen Krone entsagen. Schuld daran ist der bis 1712 verlaufende "Nordische Krieg". 1710 wird die Porzellanmanufaktor Dresden gegründet und kurz darauf nach Meißen umgesiedelt. 1726 findet die Grundsteinlegung für die neue Frauenkirche statt. Dresden hat jetzt bereits über 46.000 Einwohner und 1730 erscheint zudem die erste Dresdner Zeitung. 1733, August der III. von Polen wird Nachfolger für den verstorbenen August des Starken. Die heute weltbekannte "Sixtinische Madonna", die sich in der Gemäldegalerie befindet, wird 1754 an Dresden verkauft. Der Siebenjährige Krieg geht auch an Dresden und Sachsen nicht spurlos vorüber. Dresden steht im September 1760 unter starken preußischen Beschuß und muß nach der Niederlage eine hohe Entschädigung an Preußen bezahlen. 1807 besucht Napoleon Bonaparte Dresden. Ein Jahr zuvor verbündete sich Sachsen mit ihm, daß bis 1813, bis zu seinem letzten Sieg (bei Dresden) anhielt. 15 Jahre arbeitet Gottried Semper als Architekt und Professor der Kunstakademie in Dresden (1834-1849). Seit 1835 gibt es in der Stadt die Schulpflicht. In den Jahren 1838 bis 1840 wird unter der Leitung von Gottfried Semper die Dresdner Synagoge errichtet. Die erste Semperoper, noch unter dem Namen Hoftheater, entsteht zwischen 1838 und 1841. 28 Jahre nach der Fertigstellung fällt das Theater einem Brand komplett zum Opfer. In dieser Zeit entsteht auch die Marienbrücke. 1871 beginnt der Wiederaufbau der Oper, die 1878 fertiggestellt wird und jetzt den Namen Semperoper trägt. 1843 erhält Richard Wagner die Aufgabe als Hofkapellmeister zu agieren. Er muß jedoch unter anderem mit Gottfried Semper zwecks Beteiligung am Maiaufstand, daß von preußischen und sächsischen Militär niedergeschlagen wurde, 1849 fliehen. 1861 wird der Zoologische Garten gegründet. Am Schloß hinter dem Stallhof entsteht zwischen 1872 und 1876, unter Leitung von Wilhelm Walther der noch heute zu bewundernde "Fürstenzug". 1893 erfolgt die Fertigstellung der Elbbrücke "Blaues Wunder". Zwei Jahre vor Beginn des 20.Jahrhunderts wird der Dresdner Hauptbahnhof eingeweiht. 1911 wird die erste Internationale Hygieneausstel-lung in Dresden eröffnet. Am 09.11.1918 wird die Republik ausgerufen und der König abgesetzt. Im März 1920 werden während des Kapp-Putsch 59 Demonstranten auf dem Postplatz erschossen. Im November wird die Verfassung des Freistaates Sachsen anerkannt. 1925 wird die Palucca-Schule gegründet. Im Zuge der nun bereits II. Internationalen Hygieneausstellung wird 1930 das "Hygienemuseum" eröffnet. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1939, zählt die Stadt knapp 630.000 Einwohner. Die wohl bittersten und schlimmsten Stunden erlebt Dresden in der Nacht vom 13. zum 14.Februar 1945. Die Stadt in der sich mehrere Zehntausende Flüchtlinge aufhalten, wird von anglo-amerikanischen Bombern fast völlig zerstört. Mindestens 30.000 Menschen fallen dem sinnlosen Bombardement zum Opfer. Nach der Gründung der DDR 1949 übernimmt die Sowjetische Militäradministration die Verwaltungsvollmacht der Stadt. 1956 wird die Gemäldegalerie neu eröffnet. Im gleichen Jahr findet auch die 750-Jahr-Feier statt. Der sich am Altmarkt befindende "Kulturpalast" wird 1965 feierlich eröffnet. Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Carolabrücke wird 1971 unter dem Namen "Dr.-Rudolf-Friedrichs-Brücke" wieder eröffnet. 1977 wird mit dem erneuten Aufbau der Semperoper begonnen. 1981 erhält die Hofkirche den Rang einer Kathedrale und die Stadt wird Sitz des Bischofs von Meißen-Dresden. Mit Webers "Freischütz" wird am 13.Februar 1985 die Semperoper Wiedereröffnet. 1987 findet der erste Katholikentag in der DDR statt. Nach der politischen Wende Ende 1989 beginnt eine neue freie Ära in der Geschichte der Stadt. Am 09.Dezember des selben Jahres besucht der Bundeskanzler Helmut Kohl Dresden und spricht vor der noch zerstörten Frauenkirche zu den Bürgern. Im Oktober 1990 wird Dresden Landeshauptstadt von Sachsen. Anfang 1993 wird mit dem Wiederaufbau der Frauenkirche begonnen. Der fast nur aus privaten Spenden finanzierte Bau soll 2006 zur 800-Jahr-Feier fertiggestellt sein. Am ehemaligen Messegelände am heutigen Straßburger Platz, beginnt Volkswagen im Jahr 2000 mit seiner Produktion in der "Gläsernen Manufaktur". Die Dresdner Synagoge die am 09.November 1938 niedergebrannt und danach abgerissen wurde, wird nach nur dreijähriger Bauzeit am 09.11.2001 feierlich der jüdischen Gemeinde übergeben.