|
Am 12. Oktober 1919 übergab Clubchef Roßberg im Ostragehege eine Arena, die 20.000
Zuschauern Platz bot - das heutige Heinz-Steyer-Stadion. Zum Stadion gehörte schon
damals eine Laufbahn (klar, man hatte ja auch eine Sparte Leichtathletik) und eine
Steintribüne. Im Oktober 1928 fielen Klubhaus und Tribüne den Flammen zum Opfer, doch
12 Monate später konnte man sich schon über ein neues und größeres Klubhaus - die
heutige Steintribüne erfreuen. Das Geld für die Kosten wurde durch Mitglieder und
Gönner aufgebracht. 1930 bekam das Stadion aufgrund des Spiels Deutschland gegen
Ungarn eine weitere Tribüne, die uns bekannte Holztribüne. Die Kosten dieser Tribüne
wurden durch die Einnahmen vom Spiel gegen den Club (46.000 Zuschauer) aufgebracht. 1935
gab es wieder einen Ausbau, diesmal aufgrund des Länderspiels gegen die Tschechoslowakei.
Danach faßte das Stadion 60.000 Zuschauern (zum Spiel waren sogar 65.000 drin).
Heutzutage ist das Stadion von vielen abgesperrten Bereichen geprägt. War das Stadion gegen Kriegsende ein wahres Schmuckstück und für damalige Verhältnisse überaus modern, so sieht man ihm heute sein Alter an. Und vorallem die Zeit, in der der Verein keine Bedeutung mehr hatte. Das Heinz-Steyer-Stadion war einst das erste deutsche Stadion mit Flutlicht, einem derart beliebtem wie reichem Verein würdig. Doch seit die SG Friedrichstadt, der Nachfolger des legendären Dresdner Sport-Club 1898, im Jahre 1950 aufgelöst wurde, hat sich vieles geändert. Zwar konnte auch der SC Einheit (ein Nachfolger des DSC) dem Stadion noch manch' gutbesuchtes Spiel bescherren, doch an die Zeiten, in denen 60.000 Menschen in Dresden nur eins im Kopf hatten: "Nichts wie ins Stadion", die sind längst vorbei. Die Kurve ist bei Regen nur schwerlich zumutbar, das beste Stück neben der Steintribüne - die Holztribüne - darf nicht genutzt werden. Der Gästeblock wurde zuletzt verbessert und vergrößert. Für die VIPs ist im DSC-Sportcasino bestens gesorgt, die Fans hingegen haben derzeit nach dem Spiel keinen gemeinsamen Anlaufpunkt. Deswegen ist der Fan- und Jugendtreff FANomenal angedacht. Eine Örtlichkeit dafür ist nach der Flutkatastrophe mit seinen weitreichenden Schäden aber wiederum völlig offen.
|