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Die Dresdner Fußballgeschichte nennt als ersten Verein,
der sich mit der Pflege des Fußballspiels befaßte, den „Neuen
Dresdner Fußballclub“, später Sportgesellschaft 1893. Aus diesem
schieden 1898 ein Teil Mitglieder aus, von denen sich fünf am
30.04.1898 im Hotel „Stadt Koblenz“ in der ehemaligen Pfarrgasse 3
zur Gründung des Dresdner Sportclub entschieden. Karl Baier wurde als
erster Vorsitzender gewählt. Die erste Sitzung, in der über den Namen,
die Vereinsfarben und das -abzeichen beschlossen wurde, fand unter der
Beteiligung von 13 Mitgliedern am 06.05.1898 statt. Nachweislich falsch
ist die heute im Abzeichen befindliche Jahreszahl, das Fanprojekt kann
dies mit entsprechenden Original-Dokumenten belegen. Man gab sich
vorallem den Namen Sport-Club deshalb, weil für die Gründungsmitglider
feststand, daß nicht nur Fußball, sondern Sport aller Art betrieben
werden sollte.
Mit dem Beginn des Fußballs war es nicht so einfach. Zwar besaß man
Ball und zusammensetzbare Tore, aber die Spielstätte fehlte. Das erste
Übungsspiel fand auf der Canalettostraße am 16.05.98 statt, doch schon
4 Tage später zog man ins Kammergut „Ostra“. Hier entstanden
wesentlich später auch die heutigen Anlagen. Damals mußte zu jedem
Training und Spiel die Tore erst aufgebaut und das Feld mit Eckfahnen
abgesteckt werden. Das leidige Platzproblem zog sich jedoch durch die
ganzen Anfangsjahre. So spielte man u.a. auf den Güntzwiesen,
Johann-Georgen-Allee und der Dorotheenstraße! Die ersten Spiele und
Ergebnisse waren: gegen Fußballring (2:4), Neuer Dresdner FC (4:1),
Mittweidaer FC (0:2), Dresdner Football-Club (in Dresden lebende Engländer
- 0:0). Die hierfür benötigte erste Spielgarnitur in rot-schwarz wurde
übrigens von Sport-Steidl Berlin bezogen. Das erste große Spiel gab es
am 04.12.98 in Prag gegen den dortigen Ruder- und Fußballclub Regatta.
Es endete leistungsgerecht 0:0.
Bereits 1899 wurde die erste Jugendmannschaft gegründet, eine
B-Mannschaft gab es da auch schon. Man mußte jedoch in den
Anfangsjahren weiter die Spielstätten wechseln, über die Lennestr. und
Strehlen ging es an die Nossener Brücke, wo 1905 die Mitteldeutsche
Meisterschaft gewonnen wurde. Der höchste Sieg bis dahin war ein 20:0
gegen den Dresdner FC im Jahr 1901, die höchste Niederlage ein 1:9
gegen Preußen Berlin in Berlin im Jahr 1900. 1908 war Arno Neumann der
erste DSC-er, welcher Nationalspieler wurde. 1909 wurde der DSC zum
zweiten Male Mitteldeutscher Meister, doch nur für wenige Tage. Gegen
das mit 1:0 gewonnene Endspiel legte der Erfurter Sportclub erfolgreich
Protest ein und gewann das Wiederholungsspiel in Erfurt klar mit 7:2! In
den nächsten Jahren zählte der DSC nicht mehr zur unmittelbaren
Spitze, die übernahm „Fußballring“ bis zum 1.Weltkrieg. 1912 mußte
man dann wieder umziehen, von der Nossener Brücke zum Schützenhof in
Trachau. 1914 verpflichtete der DSC dann den englischen Trainer Cameron.
Man wollte wieder an die Spitze, so wurde für das Ostragehege damals
ein 55.000 Mark teures Projekt beschlossen, doch selbst das
Vorpachtrecht nützte nichts, der 1.Weltkrieg brach aus. 47 DSC-er
kehrten damals aus dem Feld nicht zurück.
Doch 1919 war es wieder soweit, der DSC gewann den Gedächtnispokal der
93-er und den Pokal des Gaues Ostsachsen. 1921 konnte man sich vor der
Schwanzstelle der Tabelle retten, am 24.04.21 wurde das entscheidende
Spiel gegen Spielvereinigung gewonnen. Indes trugen zu jener Zeit mit
den Spielern Köhler(3x), Gedlich, Mantel, Haftmann und Berthold (je 1)
weitere Spieler die deutschen Farben.
Auch wurde mit dem Bau der damals größten deutschen Vereinssportstätte
begonnen. Was hier auch noch einmal festgehalten werden sollte: Die
Anlage ist entstanden und gewachsen aus eigener Kraft des Dresdner SC!
1926 gab es dann doch unter Lory Polster den 2.Mitteldeutschen und den
Ostsächsischen Gaumeistertitel. Der Club war wieder da! Am 25.04.26
wurde an der Reicker Rad(!)-Rennbahn Fortuna Leipzig mit 3:0 geschlagen.
Am 04.03.28 gewann der DSC durch Tore von Rudi Berthold gegen Guts Muts
mit 2:1 die Mitteldeutsche Pokalmeisterschaft und gab bis 1933 das Heft
im Gau Sachsen nicht mehr aus der Hand. In der Vorrunde um die deutsche
Meisterschaft wurde aber nach 138 (!!!) Minuten gegen Wacker München
2:3 verloren. Trainer Lory Polster ging damals zu Tennis Borussia
Berlin, es kam der legendäre Jimmy Hogan. Auch war der DSC auf 1265
Mitglieder gewachsen, u.a. 22 Fußballmannschaften! Damit stand der DSC
an der Spitze der mitteldeutschen Großvereine vor CBC Chemnitz und Guts
Muts Dresden.
Den „DSC-Heimbau-Verein“ beschäftigte die Erstellung eines
Clubhauses, doch fehlte zum einen das Geld, zum anderen schlug das
Schicksal unbarmherzig zu. Zwei Hochwasserkatastrophen überstand die
alte Tribüne, doch am 17.10.1928 bereitete eine durch Kurzschluß
hervorgerufene Feuerbrunst ihr ein vorzeitiges Ende. Derweil gewann der
DSC gegen Meißen 08 mit 5:2 (erstmals mit Richard Hofmann), spielte
nach 0:3 noch 4:3 gegen Spielvereinigung (drei Hofmann-Tore), verlor um
den Pokal das Endspiel gegen Wacker Leipzig 1:2 und gewann durch drei
Gedlich-Tore die Mitteldeutsche Verbandsmeisterschaft in Chemnitz 3:2
gegen CBC Chemnitz. In der Vorrunde um die Deutsche Meisterschaft wurde
0:3 gegen Bayern München verloren. Richard Hofmann glänzte dann im Länderspiel
gegen Schweden, als er alle 3 Tore zum 3:0-Sieg schoß.
In der Saison 1929/30 wurde zum 14. Male die ostsächsische
Gaumeisterschaft errungen. In den letzten 5 Jahren wurden dort von 90
Spielen sage und schreibe 83 gewonnen, bei 5 Remis und 2 Niederlagen
(beide gegen die Spielvereinigung Dresden). Anfang Mai 1930 wurde die
vierte Verbandsmeisterschaft in Leipzig mit 4:1 gegen den VfB gewonnen.
Das war am 04.05., zwei Tage später ließ „König Richard“ die
englische Fußballnation zu Ehrfurcht erstarren, als er im
Grunewald-Stadion drei herrliche Tore beim legendären 3:3 schießt. Am
01.06.1930 eilt eine sensationelle Kunde durch Deutschland: Der deutsche
Meister wurde ausgeschaltet, erstmals die Vorrunde überstanden. In der
Zwischenrunde mußte der DSC nun gegen die Spvgg. Fürth antreten und
gewann trotz zweier Herausstellungen in der Verlängerung mit 5:4! In
der Vorschlußrunde (heute: Halbfinale) mußte man zu Holstein Kiel. Mit
dem dortigen 0:2 kam der DSC von seinem heißersehnten Ziel, Deutscher
Meister zu werden, ab und bis 1940 nie wieder so nahe heran. Es war das
erste von 26 Spielen dieser Meisterschaft, was überhaupt verloren ging!
1930 wurde auch das Clubhaus und die neue Tribüne fertiggestellt, Dämme
wurden aufgeschüttet, um die Holztribüne für damals 2200 Sitzplätze
aufzubauen. Am 28.09.1930 erlebte Dresden dann das unvergessene Spiel
des Richard Hofmann, als gegen Ungarn nach 0:3 mit 4:3 gewonnen wurde.
42000 Zuschauer waren damals zugegen. Dies hatte Auswirkungen auf den
DSC insgesamt: 30.000 Zuschauer im Januar 31 beim 6:0 gegen Guts-Muts, 9
DSC-er siegen im Februar 5:2 in Berlin vor 20.000 Zuschauern, fünf
DSC-er stehen beim 1:1 Deutschlands in Amsterdam gegen Holland auf dem
Platz (Hofmann, Köhler, Müller, Stössel, Schlösser). Die
DFB-Vorrunde wurde gewonnen, doch in der Zwischenrunde gab´s nach 3:1-Führung
ein 3:4 gegen Kiel. Im Herbst 1931 wurden folgende Ergebnisse erzielt:
9:0 gegen Spielvereinigung Dresden, 5:0 gegen Riesa, 12:1 gegen Auswahl
Erzgebirge, 3:2 gegen Wacker Halle, 7:1 gegen SV 06 Dresden, 3:2 gegen
Gau-Auswahl Mittelelbe/Magdeburg, 4:3 gegen den deutschen Meister Hertha
BSC und 6:1 gegen Arminia Hannover. 1932 wurden wir dann zum 16.Male
Gaumeister, doch der Mitteldeutsche Meister wurde an PSV Chemnitz mit
2:3 nach Verlängerung abgegeben.
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